SGBV: «Bewusst machen, wie wichtig Wasser ist»
Die Alpwirtschaftskommission des St. Galler Bauernverbands (SGBV) ist ein unterstützendes Gremium für den Verband. Zur Kommission gehören die Präsidenten der regionalen Sektionen, der Alpkäseproduzenten und Vertreter von LKG, LZSG und Bamos AG.
Im Jahr 2017 wurde Fredi Louis in den Vorstand des St. Galler Bauernverbands gewählt und ist seit Beginn auch Mitglied der Alpwirtschaftskommission. Im Frühjahr dieses Jahres hat er das Präsidium vom langjährigen Alpspezialisten Markus Hobi übernommen.
Zu Hause bewirtschaftet er einen Grünlandbetrieb mit Milchwirtschaft, Aufzuchttieren und einigen Mastkälbern. Der Betrieb liegt in Ennetbühl in der Bergzone II und III. Zum Betrieb gehört eine Privatalp auf 1415 Metern über Meer. Auf dieser werden etwa zwei Drittel der Tiere gesömmert.

Aktuelle Themen
– In der Alpwirtschaftskommission werden Themen rund um das Alpen behandelt. Kürzlich wurde die Stellungnahme zum Agrarpaket eingereicht mit den Schwerpunkten Milchpreisstützungsverordnung, Zusatzbeitrag Herdenschutzmassnahmen und einzelbetriebliches Herdenschutzkonzept.
– Das Referendum zum Jagdgesetz kam nicht zustande. Dies wird voraussichtlich auf den 1. Januar 2024 angepasst. «Jedoch müssen wir die Umsetzung verfolgen und nötigenfalls Einfluss nehmen», sagt Louis.
– Die Anpassung der Jagdverordnung wurde bereits auf den 1. Juli vom Bundesrat beschlossen. Die darin enthaltenen Massnahmen werden von der Alpwirtschaftskommission begrüsst. Es bleibt jedoch auch in Zukunft eine Herausforderung im Umgang mit den Grossraubtieren. Die Umsetzung der Herdenschutzmassnahmen, die Entschädigungen von den gerissenen Nutztieren etc. werden die Kommission weiterhin beschäftigen. Der Kommissionspräsident sagt: «Gemeinsam müssen wir den Druck auf die Politik stets aufrechterhalten. Die Kommunikation muss von allen Seiten sachlich, konstruktiv und mit korrekten Fakten erfolgen.»
– Dem neuen Inkassosystem, das vom Schweizer Bauernverband (SBV) und vom Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) angedacht ist, müsse mit gewisser Skepsis entgegengeschaut werden. «Unsere Anliegen müssen platziert werden.»
– Immer wieder werden Schwierigkeiten bei Bewilligungsverfahren für Infrastrukturen festgestellt. Bäuerliche Politiker sind bestrebt, dass sich die Situation in Zukunft verbessert.
Alpsommer 2023
Durch den nassen und niederschlagsreichen Frühling konnten sich die Wasserquellen für kurze Zeit erholen. Doch jetzt, einige Wochen später, ist auf vielen Alpen im Kanton St. Gallen die Lage angespannt. Trittschäden und Verletzungen der Grasnarben sind in diesem Jahr, bis jetzt, kein Thema. Ein haushälterischer und bewusster Umgang mit Wasser ist unumgänglich. Auf nationaler Ebene besteht seit 2022 die Dialogplattform Forschung in der Berg- und Alpwirtschaft, die sich auf das Thema Wasser fokussiert hat. Das Ziel ist, die Bedürfnisse aus der Praxis zu erfassen sowie neue Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft für die Praxis zugänglich zu machen.
Die Infrastrukturen rund um die Wasserversorgungen müssen laufend verbessert werden. Der Präsident der Alpwirtschaftskommission sagt: «Es ist unsere Pflicht, den kantonalen Stellen immer wieder bewusst zu machen, wie wichtig das Wasser für eine erfolgreiche Alpwirtschaft ist.»
Der St. Galler Bauernverband
Der St. Galler Bauernverband (SGBV) setzt sich für die Bäuerinnen und Bauern und für die Landwirtschaft im Kanton St. Gallen ein. Hinter dem SGBV stehen Personen in der Geschäftsstelle in Flawil wie im Vorstand und in Kommissionen. In einer Serie stellt der «St. Galler Bauer» die Abteilungen und Kommissionen des SGBV näher vor. red.
