Stark optimiertes Seez-Sanierungsprojekt vorgestellt
Mit einem überarbeiteten Projekt, präsentiert im August 2025, soll der Hochwasserschutz entlang der Seez verbessert werden. Rückmeldungen zur dritten Etappe fallen dank der Einbindung der Direktbetroffenen und der Rücksicht auf Landwirtschaft und Ökologie positiver aus als beim letzten Projektentwurf.

Der Kanton St. Gallen will gemeinsam mit den Gemeinden Mels, Flums und Walenstadt die Hochwassersicherheit der Seez erhöhen. Zwei Abschnitte wurden bereits erfolgreich umgesetzt. Die dritte Etappe lag im Jahr 2014 öffentlich auf und wurde aufgrund der Rückmeldungen von betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie der erkannten Optimierungsmöglichkeiten im Jahr 2019 sistiert. Drei Jahre später wurden die Projektarbeiten wieder aufgenommen.
Bevor die Planer mit der Ausarbeitung eines neuen Projekts begannen, führten sie zwei Begehungen mit Landbesitzenden sowie Pächterinnen und Pächtern durch. Der Austausch und der Informationsgewinn dienten den Fachleuten als Grundlage für die Erarbeitung des neuen Entwurfs. Dabei wurden die Bedürfnisse der Direktbetroffenen, des Hochwasserschutzes, der Landwirtschaft sowie der Natur unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt. Der nun vorliegende Projektentwurf wurde an zwei Begehungen entlang des rund vier Kilometer langen Teilstücks vorgestellt.
Verlegung an den Hang
Eine markante Veränderung gegenüber dem ursprünglichen Projekt ist die konsequente Verlegung des Gewässerlaufs der Seez an den Hangfuss. So wird weniger intensiv genutztes Land beansprucht, und die ökologische Vernetzung des Waldes mit dem Gewässer wird verbessert. Der ursprüngliche Projektperimeter, der vom Geschiebeablagerungsplatz (GAP) Valaschga bis zum GAP Sax reichte, wurde bis zur Brücke Valeiris erweitert. Diese Anpassung erfolgte aufgrund der Erkenntnisse aus einem Geschiebegutachten. Auch die Wegverbindungen und die Erschliessung der Waldparzellen wurden überarbeitet. Zukünftig sollen Letztere nicht mehr vom Talboden aus bewirtschaftet werden, sondern über eine neue Waldstrasse in der Talflanke.
Durchwegs positives Feedback
Der erneute Austausch zwischen den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie den Pächterinnen und Pächtern mit den Fachplanenden zeigte, dass die Anpassungen von den Direktbetroffenen grossmehrheitlich positiv aufgenommen werden. Das Bemühen, für den Hochwasserschutz, die Landwirtschaft und die Ökologie eine möglichst ausgewogene Lösung zu finden, wurde von vielen Seiten anerkannt. Kritische Stimmen betrafen insbesondere die geplante Strassenbreite von 3,5 Metern. Während einige Beteiligte eine breitere Strasse forderten, sprachen sich andere für eine schmalere Variante aus. Ebenfalls zur Diskussion stand der Erhalt der Saxbrücke, die eine unzureichende Durchflusskapazität aufweist. Im Projekt ist daher ein Ersatzbau vorgesehen. Um noch weniger landwirtschaftlich genutzte Flächen in Anspruch zu nehmen, wurde vorgeschlagen, das bestehende Schutzgebiet in den Gewässerlauf zu integrieren. Zudem nutzten einige Landwirte den Austausch, um ihre Forderung nach Realersatz zu platzieren.
Mitwirkung im Jahr 2026
Die verschiedenen Hinweise aus dem Austausch werden derzeit in den Projektentwurf eingearbeitet. Parallel dazu führen die Projektverantwortlichen Einzelgespräche mit stark betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern. Das überarbeitete Vorprojekt soll anschliessend dem Bund zur Vorprüfung eingereicht und im Jahr 2026 der Mitwirkung unterstellt werden.
