St. Galler senden drei Laster Futter nach Blatten

Nach dem schweren Bergsturz vom vergangenen Mai unterstützt der St. Galler Bauernverband und weitere St. Galler Unternehmen die Bauern vom Lötschental. Sie sammelten Futterspenden, die kürzlich ins Wallis geliefert wurden.

André Summermatter, Daniel Ritler, Roger Bürge, Christian Vogel, Ruedi Thomann, Marcel Meier und Bruno Inauen vor dem Lastwagen mit Emd (v. l.).
André Summermatter, Daniel Ritler, Roger Bürge, Christian Vogel, Ruedi Thomann, Marcel Meier und Bruno Inauen vor dem Lastwagen mit Emd (v. l.).

Der Bergsturz vom 28. Mai, bei dem das Dorf Blatten im Lötschental im Kanton Wallis unter gewaltigen Gesteinsmassen begraben wurde, zählt zu den verheerendsten Naturkatastrophen, welche die Schweiz in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. Insgesamt wurden 75 Hektaren Landwirtschaftsfläche vollständig verschüttet, 100 Hektaren sind nur noch eingeschränkt zugänglich, und weitere 25 Hektaren befinden sich in einer Sperrzone. Zwar konnten kurzfristige logistische Notlösungen geschaffen werden, doch der Wiederaufbau wird viel Zeit und enorme Anstrengungen erfordern. Die betroffene Bevölkerung ist auf Unterstützung angewiesen.

Heu, Emd und Stroh

Der St. Galler Bauernverband, verschiedene regionale Unternehmen sowie die Meier-Farm, ein Transportunternehmen aus Ganterschwil, zeigen sich solidarisch. Sie haben eine Sammelaktion für Heu, Emd und Stroh organisiert, um die von der Katastrophe betroffenen Bauernfamilien in Blatten zu unterstützen – ausschliesslich mit Futter aus Schweizer Produktion. Ein mit Emd beladener Lastwagenzug stand an der diesjährigen Olma, bei der das Wallis als Gastkanton vertreten war. Insgesamt kamen durch das Sponsoring drei Lastwagenladungen mit Futter (Heu, Emd und Stroh) zusammen. Das Transportunternehmen Meier-Farm brachte diese Futterspenden aus dem Kanton St. Gallen vor und nach der Olma unentgeltlich ins Lötschental.

«Da die betroffenen Landwirte kein Heu, Emd und Stroh mehr zur Verfügung haben, leisten wir mit dieser Lieferung einen Beitrag dazu, dass sie ihre Tiere weiterhin füttern können. Gleichzeitig ist es auch ein Zeichen unseres Mitgefühls und unserer Verbundenheit», sagte Ruedi Thomann, Präsident des St. Galler Bauernverbands. Christian Vogel, Initiant der Sammelaktion, ergänzte: «Ich hätte nie gedacht, dass das wirklich klappen würde. Umso mehr freut es mich, dass alle am gleichen Strick gezogen und mitgeholfen haben. Die Landwirtschaft liegt mir am Herzen.» Daniel Ritler, Präsident der Landwirtschaftlichen Genossenschaft im Lötschental, zeigte sich erfreut über die grosse Solidarität aus der ganzen Schweiz. «Wir sind dankbar für die breite Unterstützung und auch für die Futterspenden, die den ausserhalb untergebrachten Tieren zugutekommen.»

Nach vorne sehen

André Summermatter, Projektagronom für die Landwirtschaft im Lötschental, erzählte, dass Blatten an jenem verhängnisvollen Mittwochnachmittag innerhalb von nur 40 Sekunden vom gigantischen Bergsturz zerstört wurde. Zwar habe sich das Ereignis bereits angekündigt und man habe mit einer Verschüttung von rund zehn Hektaren gerechnet. Doch schnell zeigte sich, dass das Ausmass weit grösser war und deutlich mehr Land unter Schutt begraben wurde als erwartet. «Ich hatte Tränen in den Augen, als ich das sah», sagt André Summermatter. «Nicht einmal mehr der Kirchturm in Blatten war zu sehen.» Jetzt gelte es, nach vorne zu blicken und sowohl der betroffenen Bevölkerung als auch den jungen Landwirten wieder eine Perspektive zu bieten.

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