Ausserrhoder Bauern setzen auf Bischof als Nationalrats-Kandidaten

Die Delegierten des Ausserrhoder Bauernverbands (BVAR) haben am 9. Januar 2026 in einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung Edgar Bischof fast einstimmig als Nationalratskandidaten nominiert. Der SVP-Politiker aus Teufen soll die Nachfolge von David Zuberbühler antreten.

Sichtbare Freude beim Nationalratskandidaten Edgar Bischof nach dem eindeutigen Votum der Delegierten.
Sichtbare Freude beim Nationalratskandidaten Edgar Bischof nach dem eindeutigen Votum der Delegierten.

Nach dem Rücktritt von David Zuberbühler (SVP) per 19. Dezember 2025 findet am 8. März die Ersatzwahl für den einzigen Ausserrhoder Nationalratssitz statt. Aus diesem Anlass trafen sich die Delegierten des Bauernverbands Appenzell Ausserrhoden (BVAR) zu einer ausserordentlichen Versammlung im Restaurant Rössli in Hundwil. Da der Kanton nur ein Mandat in Bern hat, wird ein intensiver Wahlkampf erwartet. Der Bauernverband spielt dabei eine entscheidende Rolle für die Mobilisierung der ländlichen Wählerschaft, während für die Landwirtschaft gleichzeitig eine starke Stimme und Interessenvertretung in Bern essenziell ist. Zahlreiche Delegierte nutzten daher die Gelegenheit, die Kandidaten persönlich kennenzulernen.

SVP und FDP im Wahlkampf

Im Fokus des Bauernverbands standen die Kandidaturen der beiden wählerstärksten Parteien des Kantons. Die SVP Appenzell Ausserrhoden hat Edgar Bischof am 7. Januar offiziell nominiert. Der ehemalige Parteipräsident gilt als erfahrener Politiker und damit als idealer Nachfolger für David Zuberbühler. Zuberbühler begründete seinen Rücktritt nach zehn Jahren im Amt mit beruflichen Veränderungen. Er übernimmt die Geschäftsführung und Verkaufsleitung im Familienunternehmen Hälg Markenschuhe AG. Die FDP setzt ihrerseits auf Jennifer Abderhalden, die bereits im Dezember als liberale Brückenbauerin nominiert wurde. Aktuell gibt es keine weiteren offiziellen Bewerbungen für den Nationalratssitz.

Die Delegierten verfolgen aufmerksam die Vorstellung der Nationalratskandidaten.
Die Delegierten verfolgen aufmerksam die Vorstellung der Nationalratskandidaten.

Zwei Profile im Vergleich

Beat Brunner, Präsident des BVAR, betonte in seiner Einleitung, dass eine starke bäuerliche Vertretung in Bern das wichtigste Kriterium für die Wahl sei. Anschliessend stellten sich die Kandidaten den Delegierten im Saal vor. Den Anfang machte Jennifer Abderhalden (FDP) aus Speicher. Die 48-jährige Juristin und Kantonsrätin präsentierte sich als lösungsorientierte Brückenbauerin. Sie setzt auf liberale Werte wie Eigenverantwortung und fordert konsequent den Abbau von Bürokratie, womit sie bei der versammelten Landwirtschaft einen Nerv traf.

Statt langer Worte präsentierte sich Edgar Bischof den Delegierten mit einem kurzen Videoclip. Der erfahrene Politiker aus Teufen setzt auf traditionelle Werte und eine starke heimische Landwirtschaft. Er sprach sich deutlich gegen den Agrarfreihandel aus, um die lokale Produktion zu schützen und Importabhängigkeiten zu verringern. Neben der Agrarpolitik rückte er seine Arbeit im Hauseigentümerverband Ausserrhoden in den Fokus, wo er sich für die Rechte von Grundbesitzern einsetzt. Zum Schluss appellierte er an das politische Gleichgewicht im Kanton. Eine Wahl von Bischof würde eine dominierende Stellung der FDP in Bern verhindern, da diese mit Andrea Caroni bereits den Ständeratssitz des Kantons innehat.

Klares Votum

Die Delegierten nutzten die Fragerunde, um die Kandidaten auf Herz und Nieren zu prüfen. Das Spektrum reichte von Energie- und Asylfragen über die Wolfsproblematik bis hin zu spezifischen Vorlagen wie der AP 2030, dem Entlastungspaket und der Ernährungs-Initiative. Auch die Haltung zum Rahmenabkommen mit der EU stand im Fokus. Neben inhaltlicher Tiefe mussten die Bewerber Schlagfertigkeit beweisen, etwa als Beat Brunner sie zum Abschluss aufforderte, einen Witz zu erzählen. In der anschliessenden Abstimmung ohne die Kandidaten zeigten sich die 60 Delegierten beinahe einstimmig. Sie nominierten Edgar Bischof und sicherten ihm ihre aktive Unterstützung im Wahlkampf zu.

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